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Hilferufe der Seele können viele Gesichter haben. Neben psychisch empfundenem Leid, Schmerz, innerer Leere, Energielosigkeit und vielem anderem mehr können auch körperliche Symptome aller Art der Seele Ausdruck verleihen; durch eigenes, unbewusstes Verhalten herbeigeführte Unfälle und Krankheiten eingeschlossen. "Körpersprache" / "Organsprache" wird zum Übermittler ungelöster seelischer Probleme. Obwohl wir die Symptome als unsere "ganz persönlichen" erleben, sind sie oft durch ungelöste allgemein menschliche Probleme verursacht, unter denen wir auch leiden. Das immateriell-seelische Verbundensein aller Menschen über das Kollektive Unbewusste geht dabei weit über familäre und andere gruppendynamische Strukturen hinaus. Es ist universaler Natur.
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Persönliche Symptome als transpersonale Hilferufe
Von klein auf lernen wir, dass alles, was wir an unserer Person wahrnehmen, auch uns persönlich angeht. Das passt zu einem Weltbild, das die Menschen als voneinander getrennte Wesen sieht und davon ausgeht, dass unsere Hautoberfläche die Grenze unseres Wesens bildet. Transpersonal (durch die Person hindurch, über die Person hinausgehend) betrachtet aber ist das Universum ein einziges (Lebe-)Wesen. Menschen und andere organische Komplexe in ihm sind vergleichbar mit den einzelnen Zellen eines organischen Körpers. Solange der Informationsfluss von Zelle zu Zelle (im "Mikrokosmos") funktioniert und jede Zelle richtig darauf reagiert, hat der Mensch die Chance zu leben. Je mehr Zellen sich aber als unabhängig vom Gesamtorganismus "Mensch" betrachten, nach eigenen Gesetzen zu leben und sich zu vermehren beginnen, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass weder der Gesamtorganismus noch die einzelne "separatistische" Zelle diesen Zustand längere Zeit überleben. Bei transpersonaler Betrachtung gilt das Gleiche auf höherer, makrokosmischer Ebene: Je mehr Menschen (und andere organische Wesen) sich vom Informationsfluss durch das Kollektive Unbewusste abschneiden und nach ihren eigenen Vorstellungen leben, desto weniger ist dies mit dem Überleben des Einzelnen und der Art vereinbar.
Auf mikrokosmischer, körperlicher Ebene verfügen wir über persönliche Selbstheilungsmechanismen, die sowohl körperfremde Eindringlinge, als auch "entartete" oder abgestorbene Zellen unschädlich zu machen versuchen und - soweit möglich - ein geordnetes zelluläres Miteinander wieder herstellen. Die Funktionen dieses Selbstheilungssystems, das sowohl aus immateriellen Komponenten (z. B. dem Glauben an die Heilung) als auch aus materiellen Komponenten (Immunsystem) besteht, laufen weitgehend unbewusst ab. Wir müssen uns nicht bewusst darum kümmern. Auf der bewussten Ebene müssen wir lediglich den Willen zum Leben, den Wunsch zur Gesundung und den Glauben daran haben, dass Heilung möglich ist. In vielen Fällen führt dies zu einer erfolgreichen Selbstheilung. Manchmal können chirurgische Eingriffe, Medikamente oder andere sicht- und spürbare Rituale auf der materiellen Ebene diese Selbstheilung fördern.
Die ursächlichen Probleme gehören nicht Einzelnen - es sind Menschheitsprobleme
Auf makrokosmischer, universaler Ebene aber ist die Kooperation unserer bewussten Ichs erforderlich. Das Kollektive Unbewusste arbeitet - als universales Seins-Erhaltungssystem - unaufhörlich an seiner und damit auch an der Selbstheilung unserer Art. Da unter anderem auch wir Menschen seine "Zellen" darstellen, muss es dabei auf uns einwirken. Diese Einwirkung geschieht uns unbewusst. Wenn sie ein bestimmtes Maß überschreitet, nehmen wir sie als psychisches, als körperliches oder als psychosomatisches Symptom an uns wahr. Statt uns nun mit der transpersonalen Ursache zu befassen, sehen wir nur das Naheliegende: Es reicht uns, unsere persönliche Symptomatik, unser persönliches Leiden zum Verschwinden zu bringen. Dazu nehmen wir sogar in Kauf, dass es gar nicht verschwindet, sondern lediglich medikamentös (durch Drogen) zugedeckt und zum Schweigen gebracht wird. Sofern möglich, lassen wir uns "das Kranke" am liebsten ein für allemal herausschneiden. Im Bereich der Seele aber ist mit "Herausschneiden" nichts zu gewinnen.
Seelische Hilferufe haben eine andere Qualität als körperliche. Sie können uns zutiefst verunsichern und verwirren. Sie lassen es nicht zu, ignoriert zu werden, es sei denn, man nimmt "stoisch" in Kauf, dass das Leben "ein Jammertal" und eine Abfolge von Leiden ist. Ein Unsensibler mag damit zurecht kommen. Ein sensibler Mensch nicht. Hierin liegt auch der Grund, warum es gerade Frauen sind, die seelische Hilferufe viel eher und deutlicher wahrnehmen, als Männer: Frauen wird Sensibilität auch heute noch eher zugestanden als Männern. "Arbeits- und Kampfmaschinen" müssen dagegen alles klaglos wegstecken.
Die Seele benutzt die Symbolsprache der Träume und Phantasien, um dem Bewusstsein zu vermitteln, was ihr fehlt und was es tun sollte, um den psychischen Selbstheilungsprozess in Gang zu setzen. Diese Symbolsprache besteht aus Bildern, die den dahinter liegenden objektiv psychischen Zustand bestmöglich auszudrücken versuchen. Auf Basis der Traumdeutung nach Carl Gustav Jung (* 26.7.1875, † 6.6.1961), Schweizer Psychiater und Psychoanalytiker, wenden wir uns gemeinsam aufmerksam den Botschaften des Unbewussten zu. Im Unterschied zur analytischen Psychotherapie richten wir unser Augenmerk aber primär auf die (zukünftigen) Möglichkeiten, die die Träume und Phantasien aufzeigen. Traumnavigierend kommen wir bewusst dem Unbewussten entgegen. Mit der Vergangenheit setzen wir uns dann auseinander, wenn es unumgänglich ist. Das transpersonale Schwergewicht liegt auf dem Finden und Erkennen neuer Wege. Wenn die umfängliche "Gesamtperson", das sogenannte Selbst, erkennbar wird, kann unser bewusstes Ich vieles von dem bisher Belastenden loslassen, weil es sich auf einem höheren Bewusstseinsniveau vom Selbst getragen und in ihm neu geborgen fühlt. |
Herzlich willkommen beim Selbst
Dieser Zustand lässt sich weder rational verstehen noch mit bewusstem Wollen beschleunigen. Selbstwerdung (Einswerdung) ist ein natürlicher Wachstumsprozess, der zwar massiv behindert und blockiert, aber nicht beschleunigt, sondern nur "zugelassen" werden kann. Aber dieses Zulassen ist nicht so leicht, wie es sich hier liest. Es geht darum, dass das Ich in Träumen, Phantasien und bedeutsamen Erlebnissen (z. B. Synchronizitäten) sein gewohntes Handeln zugunsten einer neuen, kooperativen Einstellung zum Unbewussten aufgibt. Dadurch gewinnt es neue "Verbündete" in der Innenwelt des Kollektiven Unbewussten. Damit ergeben sich unerwartete neue Möglichkeiten, Lebenssituationen zu beeinflussen, denen man sich bisher - weil man es ausschließlich persönlich nahm - hilflos ausgeliefert fühlte. Das Leben erfährt dabei in der Regel neuen Schwung, neuen Sinn und neue Freude. Willkommen im Club derer, die der (Menschheits-) Seele helfen, indem sie dem eigenen Selbst helfen. |
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